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St. Hubertus-Schützenbruderschaft Sinnersdorf e.V.

 

- Schützenheim -

Willi-Schumacher-Weg 4

50259 Pulheim-Sinnersdorf

 

Tel.: 02238-59048

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Auszug aus der Chronik

Sowohl den Mönchen, die im frühen 11. Jahrhundert in den seit der Römerzeit fortlebenden Städten Klöster gründeten, als auch den Ritterorden, schreibt die Überlieferung die Stiftung von Schützenbruderschaften zu.

 

Ihre Hauptaufgabe bestand vorrangig darin, Städte und Ansiedlungen vor angreifenden Feinden zu verteidigen und kirchliche Güter zu schützen. Aus zugängigen Dokumenten erfahren wir, dass die Ordnungen dieser Bruderschaften neben kurz gefassten Schießregeln, den Abläufen von Wettspielen und Festen auch meist umfangreiche religiöse Vorschriften enthielten. Wenngleich die Wahrung dieses Brauchtums nach wie vor zum Selbstverständnis der heutigen Bruderschaften gehört, so zeigt sich doch in nahezu allen Bereichen, wie sehr das Schützenwesen seine Formen in den vergangenen 900 Jahren verändert hat.

 

Gegen diese wechselvolle Geschichte nimmt sich die unserer Bruderschaft eher bescheiden aus. Sie lässt sich, da fast alle Unterlagen im zweiten Weltkrieg vernichtet wurden oder abhanden gekommen sind, bis zu diesem Zeitpunkt leider nur bruchstückhaft darstellen. Erste Hinweise finden sich in einem Schreiben des Bürgermeisters an den Landrat vom 20. Juli 1850, in dem dieser über einige Versammlungen eines "Schützenvereines der nur Schießübungen bezweckt" berichtet.

 

Bis zur Gründung dieses "Vereins" im Jahre 1879, dem Jahr der Fertigstellung unserer Pfarrkirche,verging dann doch noch mehr als ein viertel Jahrhundert. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Schützen in Sinnersdorf fortan sehr aktiv waren, denn ihre Schützenfeste - an dem sich alle Ortsvereine beteiligten - lassen sich bereits seit 1881 nachweisen.

 

Diese Feste, so schreibt Dr. Schiefer in seinen Erinnerungen, waren immer ein großes Erlebnis und hier besonders der Festumzug, zu denen neben den Ortsvereinen auch benachbarte Bruderschaften eingeladen wurden. So entnehmen wir aus einem Protokollbuch der St. Hubertus Bruderschaft Köln-Bickendorf vom 18. April 1881, dass deren V-Companie in diesem Jahr das Sinnersdorfer Schützenfest besucht.

 

Im Frühjahr 1899 feierten die Sinnersdorfer Schützen ihr 20. Stiftungsfest. Ein aus diesem Anlass aufgenommenes Foto zeigt 18 namentlich bekannte Schützen in ordengeschmückten Uniformen mit ihren Gewehren. In der Bildmitte (Bild noch nicht online verfügbar) trägt der Schütze Matthias Oberzier eine Schärpe, auf der deutlich lesbar "St. Hubertus-Schützengesellschaft Sinnersdorf" zu sehen ist.

 

Bis 1910 befand sich der Schießplatz dieser Gesellschaft hinter dem Zehnthof, ungefähr dort, wo die ersten Häuser der Dr. Rüger-Siedlung stehen. Von da wurde er an die Stommelner Straße - in den Bereich der heutigen Wupperstraße - vor dem Sportplatz verlegt.

 

Der erste Weltkrieg unterbrach dann die Vereinsarbeit, die aber bereits 1920 mit einer Tanzveranstaltung im Saale Kothen (später Haus Boden) wieder aufgenommen wurde.

 

Am 05. August 1928 - dem gleichen Jahr in dem in Köln der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften gegründet wurde - erfolgte auch in Sinnersdorf die Umwandlung in eine "St. Hubertus-Schützenbruderschaft"; einen Namen, den heute viele hundert Vereine in Deutschland und in den Nachbarländern Niederlande und Belgien tragen.

 

Erster Brudermeister nach der Umbenennung wurde Johann Erpenbach, der bis Ende 1939 die Sinnersdorfer Bruderschaft sehr erfolgreich führte.

 

Die in dieser Zeit veranstalteten Schützenfeste waren Dorffeste in des Wortes wahrster Bedeutung an denen sich - wie auf einigen noch vorhandenen Fotos deutlich wird – alle Ortsvereine beteiligten. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges brachte dann auch das Vereinsleben der Sinnersdorfer Schützen jäh zum Erliegen.Waren allerdings nach Beendigung dieses unseligen Krieges andere Ortsvereine wie z.B. der Fußballklub VfR, der Männergesangverein "Cäcilia" oder der Theaterverein "Frohsinn" schon früh wieder aktiv, regte sich bei den ehemaligen Schützen viele Jahre überhaupt nichts.

 

Erst Anfang der siebziger Jahre wurden in Sinnersdorf wieder Diskussionen über die Gründung eines Schützenvereines laut. Doch zunächst fand man noch keinen gemeinsamen Weg. Wollte eine Gruppe die Neugründung eines weltlichen Schützenvereins, so plädierte die andere für die Wiederauflebung der seit 1879 bestehenden christlichen Bruderschaft.

 

Letztere setzte sich dann schließlich durch und so kehrte die St. Hubertus-Schützenbruderschaft am 3. Februar 1973 mit einem 1. Brudermeister Walter Kaiser in das Sinnersdorfer Vereinsleben zurück. Da Pfarrer Fuchs das Amt des Präses ablehnte, zunächst allerdings noch ohne geistliche Führung. Dagegen brauchte man in Zukunft auf das Königssilber nicht zu verzichten. Im Gegensatz zu fast allen Unterlagen seit 1879, die in den Kriegswirren verloren gingen, konnten Krone und Königskette, auf deren Emblemen sich alle Könige bis 1928 nachweisen lassen, gerettet werden.

 

Trotz erheblicher Startschwierigkeiten begann man im gleichen Jahr mit dem Bau eines Schützenheimes. So entstand zunächst als Provisorium aus einer ehemaligen Wehrmachtsbaracke am jetzigen Standort ein Schützenheim mit angegliedertem Schießstand.

 

Zeitgleich vollzog sich der von Horst Besener geleitete Aufbau einer Jungschützenabteilung.Unter seiner Führung zählte sie schon bald, wie zahlreich errungene Titel belegen, zur erfolgreichsten im ganzen Bezirk, überragend dabei Guido Klütsch, der Diözesanschülerprinz wurde und auf Bundesebene einen hervorragenden dritten Platz belegte.

 

1975 übernahm Willi Klütsch als 1. Brudermeister die Geschicke der Bruderschaft, mit der es nun stetig bergauf ging.

 

Man feierte - zunächst noch ohne Königspaar - ein erstes Schützenfest, der Schießstand wurde auf 6 Bahnen erweitert und eine Vereinssatzung verfasst, die für die Zukunftsorientierung von entscheidender Bedeutung war. Dies gilt u.a. besonders für die Gleichstellung der Frauen in der Bruderschaft, die - in Sinnersdorf seit Neubeginn erfolgreich praktiziert - bis ins 2. Jahrtausend hinein noch längst nicht überall selbstverständlich ist. Schon bald konnte man dann auch ein Schützenfest mit einem Königspaar feiern. Willi Mock und seine Frau Christel waren 1977 die ersten nach dem Kriege, denen in der zum Festsaal umfunktionierten Turnhalle der Horionschule der neue Präses Pater Günther Feilen die Insignien der Bruderschaft überreichte.

 

Die Grünröcke wurden fortan zu einem festen Bestandteil im kulturellen Leben des Ortes und ihre Schützenfeste - jeweils 14 Tage vor Pfingsten - sowie das Königsschießen - stets am Festtag ihres Schutzpatrons Anfang November - schnell zur Tradition.

 

Neben diesen Veranstaltungen wurden die Teilnahme an den Umzügen der Bruderschaften des Bezirkes Köln-Nord und der Stadt Pulheim, die Mitgestaltung von Fronleichnamsprozession und Pfarrfest, die Begleitung der Erstkommunionkinder und die Besuche und Ausrichtung von Bezirks- und Stadtschützenfesten zu festen Bestandteilen im Jahresplan der Sinnersdorfer Grünröcke.

 

Das Ostereier- und Martinspreisschießen der Jugendabteilung und die Beteiligung an den Veranstaltungen der IG Sinnersdorfer Ortsvereine e.V. - dessen Mitglied man längst ist - vervollständigen neben den diversen Schießwettkämpfen den randvollen Terminkalender unserer Schützen. Dennoch kam auch das gesellschaftliche Bruderschaftsleben nie zu kurz. Neben den Treffen an jedem Freitag im Heim - wo der langjährige Kassenwart Josef Klütsch inzwischen auch als Vereinswirt fungierte - sorgen vor allem bunte Abende, Weihnachtsfeiern und Tagesausflüge für willkommene Abwechslung.

 

Die sprunghaft ansteigende Expansion von Sinnersdorf wirkte sich erfreulicherweise in gleichem Maße auf die Mitgliederzahlen der Bruderschaft aus. So sah man sich schon bald gezwungen, eine umfassende Renovierung und Erweiterung des Vereinsheimes sowie den Neubau eines Schießstandes ins Auge zu fassen. 1985 wurden die Planungen dazu abgeschlossen und die Baupläne zwecks Genehmigung den entsprechenden Behörden ausgestellt.

 

Dieses Jahr verdient aber auch aus anderen Gründen besondere Erwähnung. Zum einen bestieg mit Christine Rohr - von Präses Pfarrer Faßbender gekrönt - zum ersten Male in der Geschichte von Bruderschaft und Bezirk eine Frau den Schützenkönigsthron und zum anderen konnte unser Königsschießen künftig Dank der Unterstützung durch Schulleiter Ulrich Hollmann in der Aula der Horionschule ausgetragen werden. Diese bot - im Gegensatz zum Schützenheim - aufgrund ihrer zentralen Lage und ihren räumlichen Möglichkeiten nahezu ideale Voraussetzungen für diesen Wettbewerb, der dort seit nunmehr 20 Jahren erfolgreich durchgeführt wird. Die Bruderschaft hatte also allen Grund, optimistisch dem neuen Jahr entgegen zu sehen, doch dann kam als verfrühter Silversterböller der völlig überraschend verkündete ultimative Rücktritt von Brudermeister Willi Klütsch und sorgte für erhebliche Unruhe.

 

So sprang sein Stellvertreter Horst Besener in die Bresche und erklärte sich bereit, bei entsprechender Unterstützung das Amt des 1. Brudermeisters zu übernehmen. Sein Hauptaugenmerk war zunächst darauf gerichtet, die Genehmigungen der Baupläne zu erhalten, die sich sich auf einem nicht enden wollenden Instanzenweg befanden.

 

Diese lagen dann Mitte 1986 vor, so dass mit dem Bau des neuen Schießstandes begonnen werden konnte. Statt Schießen und Geselligkeit war nun Arbeit angesagt, doch auch dabei leisteten unsere Schützen unter Bauleiter Peter Prauße in weit mehr als 2.000 Arbeitsstunden Überdurchschnittliches.

 

Gut zwei Jahre später, am 17. September 1988 konnten sie das Ergebnis ihrer Bemühungen bei der feierlichen Einweihung durch Präses Faßbender dann der Öffentlichkeit präsentieren.

 

Mit besonderem Stolz wies man darauf hin, dass die Anlage, bestehend aus zwölf Schießbahnen und mit modernster Technik ausgestattet, nicht nur in Eigenleistung erbaut, sondern auch ohne Zuschüsse oder Fremdmittel finanziert wurde.

 

Im Januar 1989 schied Horst Besener auf eigenen Wunsch aus seinem Amt und die Mitglieder wählten Heinz Palmes zum neuen 1. Brudermeister der Bruderschaft.

 

Nach einer der langen Bauphase angepassten Atempause begann man zwar mit dem weiteren Ausbau des Vereinsheimes, doch diese Arbeiten fanden am 20. Juni 1991 ein jähes Ende. Einem Schwelbrand - ausgelöst durch einen Kurzschluss an einem Elektrogerät - fiel zwar die gesamte Inneneinrichtung des Heimes zum Opfer, doch das rechtzeitige Eingreifen der Feuerwehr verhinderte weitere Schäden.

 

Da weitere erhebliche Investitionen zu tätigen waren, schien es vor dem Wiederaufbau angebracht, sich zunächst um neue Pachtverträge mit längeren Laufzeiten zu bemühen. Mit Unterstützung und tatkräftiger Hilfe durch die Stadt Pulheim kam es schließlich zum Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages, der uns für lange Zeit den Verbleib am jetzigen Standort sichert.

 

Danach zogen die Schützen wieder für viele Monate ihre Blaumänner an. Sie sorgten dafür, dass unser Heim von Grund auf renoviert, mit neuer Heizung und Mobilar ausgestattet sich dann seit Anfang Mai 1992 schöner denn je präsentiert.

 

Ihren ersten Schützenkaiser konnten die Sinnersdorfer Schützen im Jahre 1993 mit Horst Schenkel präsentieren, dem dann 2003 Heinz Rohr auf den Kaiserthron folgen sollte. Nur wenig später standen die Grünröcke wiederum im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Inmitten einer Wohnsiedlung für Asyl - Bewerber bauten sie für deren Kinder einen Spielplatz und statteten diesen auch mit entsprechendem Spielgerät aus.

 

Dies veranlasste den Chefredakteur einer bekannten Zeitung seinen Artikel über diese Aktion mit den Worten zu schließen: Ein Beispiel, das Schule machen sollte. Hut ab vor den Sinnersdorfern Hubertus-Schützen.

 

Deren Vereinssatzung - von vielen für die jetzige Zeit als verstaubt und antiquiert bezeichnet - bedurfte einer dringend notwendigen Überarbeitung.Diese übernahm Schriftführer Heinz Otten, der schließlich der Mitgliederversammlung eine neue, vom Amtsgericht Bergheim geprüfte Vereinssatzung am 09.02.1994 zur Verabschiedung vorlegen konnte.

 

Sie trägt nicht nur den Erfordernissen der heutigen Zeit Rechnung, sondern wird darüber hinaus auch für die kommenden Jahrzehnte Grundlage des gesamten Vereinslebens sein.

 

Premiere hatte in diesem Jahre auch der Sommerbiathlon. War zunächst die Beteiligung an diesem Wettbewerb nur mäßig, hat er inzwischen nicht nur bei Schützen, sondern auch bei vielen Spitzenathleten aus ganz NRW einen festen Platz im Terminkalender.

 

Nach sechs Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Brudermeister kandidierte Heinz Palmes aufgrund seines Wohnungswechsels nicht mehr für dieses Amt. Zu seinem Nachfolger bestimmte die Mitgliederversammlung am 21.01.1995 einstimmig den langjährigen Schriftführer und Pressewart Heinz Otten, der seitdem die Geschicke der Bruderschaft lenkt.

 

Auch im geistlichen Bereich vollzog sich ein Wechsel. Präses Faßbender ging aus gesundheitlichen Gründen in ein Stift nach Köln und wurde von Kaplan Peter Beyer, einem jungen dynamischen Priester, der sich schnell die Herzen der Schützen eroberte, ersetzt. Seine Idee, die Krönung der Majestäten in feierlicher Zeremonie im Rahmen des Festgottesdienstes vorzunehmen, fand begeisterte Zustimmung und ist bis heute ein Höhepunkt eines jeden Schützenfestes.

 

1996 fand dieses zum ersten Male in dem neu erbauten Sinnersdorfer Sportzentrum SPORTlife statt. Zwar wurde die Inbetriebnahme der neuen Festhalle wie von allen Vereinen so auch von den Schützen sehnlichst erwartet, doch sie stellte uns auch vor erhebliche Probleme. Dabei galt es zum einen, die riesige Sporthalle mit viel Aufwand in einen Festsaal zu verwandeln und zum anderen, unser Fest durch zusätzliche Show-Einlagen beim Krönungsball sowie der Verlegung des Festzuges auf den Sonntagmorgen attraktiver zu gestalten.

 

Darüber wurde das soziale Engagement der Schützen aber keineswegs vergessen. So gehörte es schon seit Jahren zur Selbstverständlichkeit, die vom damaligen Präses Peter Beyer geleitete Hilfsaktion Promedica; die vor allem den Transport von Medikamenten in die Krisenregion Albanien organisierte; nach besten Kräften zu unterstützen. Als Peter Beyer dann 1999 nach Leverkusen-Rheindorf versetzt wurde, riss diese Verbindung sehr zu unserem Leidwesen ab.

 

Mit seinem Nachfolger Pfarrer Josef Rosche bekam die Bruderschaft nun einen Präses, mit dem man recht optimistisch ins nächste Jahrtausend startete; war er als gebürtiger Neusser doch bestens mit dem Schützenwesen vertraut, was sich für die Bruderschaft auch als äußerst positiv erweisen sollte.

 

Der Ausbau der Straße zum Vereinsheim, mit entsprechenden Parkplätzen, Straßenlaternen und Grünanlagen bedeuteten den vorläufigen Abschluss der Baumaßnahmen im und um das Heim.

 

So konnte man sich künftig wieder anderen Dingen zuwenden und dabei galt es, sich wie früher in erster Linie verstärkt auf eine Intensivierung der Jugendarbeit zu konzentrieren. Rita Kunze, Monika Loitzsch, Regina Reiz und Maria Könen-Schagow bildeten dabei ein Team, das sich kompetent, kreativ und mit sehr viel Engagement dieser schweren Aufgabe annahm.

 

Erste Erfolge stellten sich Dank ihrer hervorragenden Arbeit relativ schnell ein und so kann unsere Bruderschaft heute voller Stolz wieder eine der stärksten Jugendabteilungen im gesamten Bezirk präsentieren.

 

Unsere Sportler zählen seit jeher zum Aushängeschild der Bruderschaft. Von fünf Mannschaften, die uns derzeit in den Rundenwettkämpfen der einzelnen Ligen vertreten, liegen vier in der Spitzengruppe ihrer Staffel.

 

Die Auflistung aller Erfolge unserer Schützen bei Stadt- und Bezirksmeisterschaften in der Nachkriegsgeschichte würde viele Seiten dieser Chronik füllen. Allein der Titel eines Bezirkskönigs wurde in den letzten neun Jahren fünf mal von einem Sinnersdorfer Schützenkönig errungen.

 

Nachdem in den letzten Jahren das gesellige Leben in der Bruderschaft aufgrund der vielfältigen Arbeiten ein wenig zu kurz gekommen war, holten die Schützen jetzt Versäumtes nach. Neben den obligatorischen Festen wurden dabei unsere Mitglieder vor allem durch die stark frequentierten Adventfeiern mit festlichem Buffet und Programm sowie die Mehrtagesreisen nach Brüssel, Rothenburg o.d. Tauber oder ins Elsass wenigstens ein bisschen für ihren selbstlosen Einsatz der letzten Jahre entschädigt.

 

Dieses große ehrenamtliche Engagement der Schützen im Verlaufe der letzten Jahrzehnte war rückblickend für die stete Weiterentwicklung der Bruderschaft von entscheidender Bedeutung.

 

Als nach dem Kriege gerade mal siebzehn junge Männer mit einer Menge Enthusiasmus und einer alten Holzbaracke aus Wehrmachtsbeständen mit deren Wiederaufbau begannen, wurden sie noch ein wenig belächelt.

 

Heute ist die St. Hubertus-Schützenbruderschaft Sinnersdorf mit mehreren hundert Mitgliedern eine der größten und angesehensten im Stadtgebiet Pulheim und des ganzen Bezirkes Köln-Nord.

 

Auch im wirtschaftlichen Bereich stehen mit den Gebäuden und einem recht umfangreichen Inventar ansehnliche Beträge auf den Habenseiten der Konten zu Buche. Dabei gab es weder reiche Gönner noch gut betuchte Sponsoren, so dass jeder einzelne Pfennig oder Cent hart erarbeitet werden musste, worauf wir zu Recht stolz sein können.

 

In diesem Jahre feierten wir nun unser 125jähriges Bestehen. In all diesen Jahren ließen sich Frauen und Männer; unabhängig von den Wechselfällen der Zeitgeschichte; nicht davon abhalten, die Traditionen der St. Hubertus Schützenbruderschaft Sinnersdorf zu erhalten und zu pflegen.

 

Den vielen engagierten Schützinnen und Schützen, besonders denen, welche für die Geschicke der Bruderschaft verantwortlich zeichneten und dies heute noch tun, sei an dieser Stelle dafür herzlich Dank gesagt.

 

Das Jubiläums-Schützenfest unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Karl-August Morisse am 15. und 16. Mai 2004 wurde nicht nur ein Fest der Superlative mit zuvor nie dagewesenem Publikumszuspruch, sondern auch ein Fest der Erneuerungen. Bereits die Pfarrkirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Marianne und Heinz Otten von Präses Josef Rosche ihre Insignien erhielten. Zum ersten Male in der Bruderschaftgeschichte standen dabei einem Schützenkönigspaar mit Monika Loitzsch und Regina Reiz zwei Adjutantinnen zur Seite.

 

Besonders beim Krönungsball, der mit einem dieser Festtage angemessenen Show-Programm angereichert war, erlebte auch die Festhalle einen wahren Besucherboom.In besterErinnerung wird er wohl Horst Besener bleiben, der im Rahmen dieses Festballes vom Bund als Dank und Anerkennung für 30 Jahre Vorstandsarbeit mit dem Schulterband mit Stern zum SEK ausgezeichnet wurde.

 

Die Streichung des Festzuges aus dem Schützenfestprogramm; und das auch noch zum Jubiläum; sorgte sowohl im Ort, als auch im ganzen Bezirk für großes Aufsehen. Das zunehmende Desinteresse der Bevölkerung an diesem Umzug der sich seit Jahren stellenweise wie ein Geisterzug durch den Ort bewegte machte diese Maßnahme unumgänglich. Altbundespräsident Gustav Heinemann hat einmal gesagt: Wer nichts verändert, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte! Eingedenk dieser Mahnung mußten wir handeln, auch wenn uns die Aufgabe eines althergebrachten Rituals sehr schwer gefallen ist.

 

Denn Traditionen verkörpern nun einmal und das weiß keiner besser als wir Schützen; in ihrer Symbolträchtigkeit die Kraft und Stärke einer Gemeinschaft. Natürlich war man allseits gespannt, wie die Sinnersdorfer anstelle des sonst üblichen Festzuges ihre Würdenträger nun der Öffentlichkeit präsentieren wollten.

 

Nach einer Matinee der Musikzüge und dem Antreten aller Bruderschaften aus Stadt und Bezirk in dem für den Verkehr gesperrten Ortsmittelpunkt zogen die Majestäten unter den Klängen des Präsentiermarsches entlang der Schützenfront in die Paradeaufstellung der Schützen ein.

 

Nach einer kurzen Begrüßung verhalfen dann 70 Musiker mit Preußens Gloria und dem nachfolgenden Großen Zapfenstreichden angetretenen Schützen sowie den mehr als 600 begeisterten Zuschauern zu einem musikalischen Erlebnis besonderer Art. Im Anschluss daran zogen die Schützen in Paradeformation an den Majestäten vorbei zur Festhalle, wo ein gemeinsamer Choral den offiziellen Teil dieser Zeremonie beendete.

 

Naturgemäß wurde diese Neuerung, die ja den Bruch eine Jahrhunderten alten Tradition bedeutete, zunächst mit viel Skepsis aufgenommen, die auch im nachhinein in Schützenkreisen noch der Gewöhnung bedarf. Trotzdem überwogen, legt man die hier in Sinnersdorf vorherrschenden Gegebenheit zugrunde; unserer Meinung nach die Vorteile.So konnten z. B. ältere oder fußkranke Schützen, denen bei oft hochsommerlichen Temperaturen ein langer Festzug nicht mehr zumutbar ist, am dieser Zeremonie problemlos teilnehmen, die Einsparung an Musikkosten ist ein weiterer positiver Aspekt und für den Zuschauer, der sonst nur vorbeimarschierende Grünröcke sieht, bestand die Möglichkeit, das ganze Geschehen hautnah mit zu erleben.

 

Sicher haben wir für Bruderschaften aus Orten die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben - wie schon häufig geschehen - eine Art Vorreiterfunktion übernommen. Für diese neue Art, unsere Majestäten zu präsentieren, wurden wir aus allen Teilen der Bevölkerung mit uneingeschränktem Lob geradezu überhäuft.

 

Dies und eine unerwartet große Zuschauerresonanz macht uns Mut, das Begonnene, das in Details noch zu verbessern ist, auch künftig fortzusetzen. Viele Gratulanten haben in ihren Reden zum Jubiläum das besondere Engagement der Sinnersdorfer Schützen hervorgehoben und dabei betont, wie sehr sie - insbesondere auch wegen ihrem Mut zur Erneuerung - zu einer festen Größe in der heimatlichen Kulturlandschaft geworden sind.


Dass dies noch lange so bleibt und dasselbe beim nächsten Jubiläum in fünfundzwanzig Jahren andere mit der gleichen Überzeugung sagen können, ist unser aller Wunsch für die Zukunft.